18.2.18

Pinots aus TasKatLuxSlo

Von Schreibfäulnis durchtränkte Pinot-Monate liegen hinter mir! Irgendwie kriege ich diesen neuen Fehlton nicht weggeschönt. Da ich aber einige sehr lohnenswerte „Pinots weit weg“ nicht so einfach vom Tisch wischen möchte, soll es heute zu einer geballten Nachlieferung an Flaschen kommen. Dieses mal schicke ich meine Zunge nach Tasmanien, in den Nordosten Spaniens, das kleine Luxemburg um abschließend im voralpinen Slowenien einen komplex-jugendlichen Abgang zu finden.

 
Dalrymple Bicheno Pinot Noir 2012, Tasmania

Transparenz mit hellem, aber etwas blutig wirkendem, Granat, welches sehr glänzend und farblich sehr durchgängig wirkte, zeigte sich in meinem Glas. Die Nase wirkte mir ein wenig zu parfümiert, aber sicherlich auch nicht unangenehm. In den Vordergrund spielten sich nicht ganz dunkle Kirschen, sowie ziemlich würzige und sehr saftige Pflaumen. Eher im Hintergrund zeigten sich etwas überrösteter Kaffee, recht angenehmes Unterholz und ein ein stärkerer Hauch von Eiche. Am Gaumen wirkte der Tasmanier erstaunlich würzig, ähnlich von den Aromen, darüber hinaus zwar noch etwas voller … glücklicherweise aber nicht wärmer. Das sich im Hintergrund tummelnde Zündholz und der etwas angetäuschte Stich Karamell waren keinesfalls störend, so ganz meins waren diese Attribute dann aber auch nicht. Insgesamt ein wirklich überzeugender Pinot aus Tasmanien! Viel Dichte, viel Lange und mehr Komplexität als meine zu kurze Verkostungsnotiz vermuten lässt. Etwas körperbetonter und wolllüstiger – sicherlich zu dramatisch formuliert, glücklicherweise - als die anderen Pinots von Dalrymple. Dennoch ohne weiteres eine sehr anständige ***** Abwechslung aus der neuen Welt.


Castell D'Encus Acusp Pinot Negro 2013, Costers del Segre

Aus nicht ganz so fernen Gefilden kam der mittlerweile in hiesigen Weinkreisen nicht ganz unbekannte Acusp mit viel Tranzparenz und sehr hellem Rubinrot daher. Der Wasserrand erschien mir bemerkenswert groß. Auch die sehr spielerische Viskosität ist mir positiv aufgefallen. Seine Nase zeigte sich sehr frisch, schlankheitlich und sehr animierend. Sehr subtil sich einbringende Himbeeren zeigten neben frisch geschnittenen Rosen, etwas Zündholz (schon wieder?), milden mediteranen Kräutern und trockenem Laubwerk ihr schon fast volles Potential. Das in diesem noch sehr jungen Wein etwas doch und hoffentlich noch zu vital wirkende Holz sollte ich nicht verschweigen. Aber naja, sonst passte alles sehr gut! Der sehr jugendlich anmutende Gaumen wurde beherrscht von Himbeeren, dunklem Pflaumensaft – beides ein anfänglich ein wenig brausepulverhaft, einer sehr lebendigen Säure und einer verständlicherweise sehr babyhaften Textur, welche bei dem einen oder anderen (zu) frühen Schluck gewisses Nervungspotential inne hatte. Das hört sich aber wesentlich kritischer an, als es in Wirklichkeit war. Noch recht zurückgefahrenes Laubwerk, schüchterne Rosenblätter, etwas Brennessel und die eine oder andere Spur an Zimt, zeigten, dass von diesem Pinot durchaus viel in Zukunft zu erwarten sein dürfte. Insgesamt für ein südeuropäischen Pinot ein sehr feingliedriger und kühler Vertreter mit aufkommender Eleganz und Komplexität. Wie erwähnt aber noch sehr grün hinter den Ohren. Ebenfalls ein sehr anständiger ***** und überraschender Pinot Noir.

 
Keyser-Kohll Pinot Noir 2014, Coteaux d'Ehnen

Aus doch sehr nahen Gefilden, dessen Weine es eher selten über Mosel, Sauer und Our nach Teutonia schaffen, kommt der nächste Pinot Noir. Auch der Luxemburger hatte viel Strahlkraft! Diese aber aus wesentlich dunkler Farbgebung heraus emittierend. Farblich ging er schon eher in Richtung Granat. Transparenz war dennoch gegeben. Die Nase zeigte viel kalten Rauch, feine Holzkohle, kräftige dunkle Kirschen und straffe Würze von Thymian und etwas schwarzem Pfeffer. Wie die zwei ersten Attribute vermuten lassen, kam das Barrique in diesem ebenfalls jungen Wein noch relativ stark raus. Am Gaumen zeigte sich viel saftige und vitale Schwarzkirsche. Dazu ebenfalls reichlich Rauch, sowie feine Holzkohle und stramme Würze. Sein Tannin war erstaunlich knackig und die Säure sehr präzise. Abgang zeigte sich sehr herb-freundlich und respektabel lang. Stilistisch ganz offensichtlich in Richtung Frankreich orientiert! Vielleicht nicht gerade der vielschichtigste Pinot Noir, doch sehr viel ernsthafte Pinot-Freuden für erschreckend wenig Geld bekommt man hier allemal in Glas. Für mich absolut anständig **** …. vielleicht sogar (in einiger Zeit) mit Tendenz gen sehr anständig *****


Marjan Simcic Pinot Noir 2013, Goriška Brda

Und zum Abschluss geht es nochmal über die Alpen in Richtung Südosten. Simcic's Pinot Noir aus 2013 präsentierte sich für pinotige Verhältnisse sehr dunkel mit wenig Glanz. Die Nase zeigte sich zunächst recht schüchtern. Die fruchtige Prägung wirkte sogar zunächst etwas matschig und warm. Im Vordergund standen dunkle Kirschen, Thymian, Rauch und ungewöhnlicherweise eine reichhaltige Portion an Lakritze. Nach ungefähr fünf Stunden machte der Pinot mehr auf. Nun wirkte er ziemlich maskulin expressiv mit Düften die an Erde, Laub, Kaffee und etwas Moschus erinnerten. Auch die vorher errochene Wärme trat etwas in den Hintergrund. Am Gaumen wirkte er in den ersten Stunden sehr hart, wild und tanninbetont. Säure zeigte sich nicht ganz so roh. Von den Aromen her viel mehr Unterholz als in der Nase, dunkle Kirschen (hier weit weniger warm als in der anfänglichen Nase), viele schwarze Oliven, etwas Lakritz und viel eher kühlem Rauch. Nach wiederum ungefähr fünf Stunden wirkte das Tannin etwas freundlicher. Ein knackigen Punch hat sich dieser sehr junge Pinot dennoch über die zwei Verkostungstage bewahren können. Was die Frucht betraf zeigten sich die dunklen Kirschen und stärker aufkommendes Cassis ganz leicht konfitürig. Für mich hart an der Grenze zu eher unangenehmen Gefühlsregungen. Diese wurde aber glücklicherweise nicht überschritten. Sonst zeigte der Pinot wesentlich mehr Komplexität als in den ersten Stunden. Viel ernsthafte und straffe pfeffrig-thymian'ige Würze gepaart mit Blut, Oliven, Rauch und laubig-erdigen Aromen. Auch der Abgang zeigte sehr viel Potential für ein zukünftiges Genusserlebnis. Betonung auf zukünftig bezieht sich eigentlich auf den gesamten Wein! Lieber noch gute fünf Jahre liegen lassen und nicht so doof-neugierig agieren wie ich. Aber einer "muss" es ja schließlich machen. Sicherlich ein  anständiges **** Pinot Erlebnis, welches wohl nicht wirklich einer meiner stilistischen Präferenzen so richtig entspricht! Er hatte trotzdem was. Eben etwas wilder und draufgängerisch-körperbetonter!

31.12.17

Evesham Wood Cuvée J Pinot Noir 2010, Eola-Amity Hills



In the past year – well, in some places we already are in 2018 – I've really been one hell of a lazy Pinot prick around here. I hope this will change in 2018. Well, "we'll see what happens …“ Aaanyway, I don't want to slide away into the next year without mentioning one more Pinot Noir! In early November Joy, Chas and Dan from Portland came over to Teutonia to a have a drink or two or most probably more. Today's Pinot was by far the most memorbale of these drinks. The Cuvée J Pinot Noir 2010 from Evesham Wood showed combined characteristics some might find in "Old“ and "New“ World Pinots …!? The vines for the Cuvée J were cultivated in the Eola-Amity Hills on Nekia, Jory and Woodburn soils. It is a barrel selection from the best barrels of each vintage. Btw the "J“ derives from Jayer – Henri Jayer … it is an honor thing! The assorted Pommard clones were all planted in 1986. So, quite seasoned ones. The ageing took place in about 40% new French oak. So, let's go ...

15.11.17

Leichte Weisslichkeiten aus Lusitanien



Über die letzten Wochen habe ich einige zur Leichtigkeit neigende weisse Portugiesen verkostet ... und natürlich getrunken. Folgend nun eine kleine und für meine Verhältnisse ungewohnt kurze (glücklicherweise) Zusammenfassung ... 

31.10.17

Happy Halloween: Weinbau Kraemer Müller-Thurgau Steillage 2015, Franken





Year in and year out there must be some room for a little Halloween interlude on my blog! This year it is time for some Müller-Thurgau! Wines made from Müller-Thurgau have doubtlessly an enormous potential to be a perfect match with this “holiday”. Most of them are frightful and downright scary! This Steillagen Müller-Thurgau 2015 from Stephan Kraemer is different! Luckily, it does not really have such a questionable potential! Let's have a look ...

16.10.17

Ten Minutes by Tractor Pinot Noir 10X 2012, Mornington Peninsula



Back to Straya! Of course not to one of those massive Fatty Finn kind'ish regions like Barossa, McLaren or Coonawarra (by the way, why was this kid-movie character called Fatty Finn? Can't remember! He wasn't fat, wasn't he? Maybe some local reader has an answer …). Well, what would the tongue of a despicable Burgundy wine snob – like mine do in such places after all?! There are far too many interesting, and perhaps still not so extremely well know, cooler climate wine regions in Australia. So, this time it had to be Mornington Peninsula a bit south-east of Melbourne – again. This time without ridiculous anecdotes from my student travels in Victoria. Promise! With the Aylward Pinot Noir some months ago I was a bit too chatty ... I am afraid. I don't want you to get a wrong impression of me. I didn't (constantly) fill myself up with cheap local fizz etc. (but no evil Rosé, even I had to keep a trace of self esteem). I also enjoyed some really nice and mostly cooler appearing Shiraz based wines from the north-west of Melbourne and the Yarra Valley. Something I really got to get back to! It is just so tricky to get these wines in Europe. Perhaps early next year I will give it a try! 

Anyway, now to today's Pinot Noir! It was produced by a rather well know local wineproducer called: Ten Minutes by Tractor – referring to the distance between the three original vineyards of the winery. In 1982 Richard McIntyre purchased land "that was to become Moorooduc Estate and began his own wine voyage of discovery, a voyage that was to intersect with Ten Minutes By Tractor when, already with over a decade of winemaking experience, he made our first experimental wines in 1999 and the first commercial release the following year“. In the early 1990s the McCutcheon and Wallis families joined in. But until 1999 all of them sold most of their grapes and did only some experimenting for themselves. So, it took a while to establish the now quite successful business. Today's 10X Pinot Noir was pretty much produced right from the start. Its first vintage was 2000. The grapes for my 2012 10X Pinot Noir were cultivated on the vineyards: Coolart Road (76%), Northway (10%), Wallis (8%) and McCutcheon (6%). The used clones were: MV6 (46%), 115 (30%), 777 (16%), Pommard (5%) and G5V15 (3%). Have I mentioned that Ten Minutes by Tractor has a magnificently detailed webpage? Check it if you are into details. I better won't overdo it with the specifics here! Back to the wine. The grapes were handpicked between March 1st and 23rd and fully destemmed. A subsequent 4-6 day pre-ferment maceration preceded a 100% wild yeast fermentation with manual plunging throughout and followed by a short post-ferment maceration of 17-22 days on skins. The ageing in 18% new medium toasted French oak took place for about 10 months. So, let's just see what I've tasted in this one ...

6.9.17

Cascina Baricchi Vino Rosso P-N 2010, Piemonte



The frequent reader of this wine-blog might have realized it a long time ago! I am shameless! Shameless in terms of almost everthing related to wine and particulary in terms of my Pinot Noir adverntures! I had bottles from almost everywhere around the globe. Rare ones, surprising ones, miserable ones, ones from afar and course plenty from rather “strange“ lands. But venturing into holy realms of one oft the Big B wine regions - apart of the best and most wonderful of all them big Bs of course - to have some Pinot? That, I have never dared to do … publicly! As most wine friends know Langhe, the direct encircling neighbourhood to Barolo and Barbaresco, is one of those legendary wine regions many sought to get a little drip of soma on their tongue. Me included … probably!?! Varietals, soils, expositions are similar to Barolo and Barbaresco. Only the allowed varietals differ (a bit). Anyway, enough prelude blather! So today it is time for Piedmotese Pinot Nero. Cascina Baricchi, the producer which I haven't mentioned yet, concentrates mostly on wines made from traditional Piedmontese grape varitetals such as Barbera, Dolcetto, Timorasso and of course Nebbiolo as well as quite a variety of fizz made from Nebbiolo, Syrah (!), Pinot Nero and Moscato. The winery was established in the late 1980s by Giovanni Simonetta and since 1996 his agile and adventerous son Natale is in charge of the production. All grapes of the approx. 6 ha small winery are cultivated on lime-loamy-marl soils close to Neviglie a few kilometers upthehills from Alba. The maceration of the "P-N" 2010 Langhe Rosso took 10 days in oak and was subsequently aged in used Barrique barrels from 12 months. Let's have a sip or two or better more ...

20.7.17

Chateau LaFayette Reneau Pinot Noir 2013, Finger Lakes New York




I have sent my tongue along the Hudson River. I've sent it to Long Island – where by the way the best wines in the Empire State might come from - but that's just my opinon … and even more scary might be the fact that these pretty convinving potations were made from, errr from … I almost not dare to type it: Mmm ... Merlot! Whatever, today I am glad to send my tongue to the Finger Lakes betweeen Syracuse, Buffalo, the outback of north Pennsylvania and mighty Lake Ontario. Of course it is not the first time I let my tongue venture in this area. I had a few fairly good Rieslings, some solid Chardonnay, one or two interesting over-peppery Cabernet Sauvignons and wines from unmentioned varietals I actually don't want to try all too often. Anyway, but I've never had a fairly good Pinot Noir, although quite a lot of producers offer wines made from this finest of the finest. Most Pinots I had where easy-drinking fruit-driven at best, quite often displeasingly sugary and unfortunately without exception rather thin representatives of their kind. Today I'll have a Pinot Noir from Chateau LaFayette Reneau from the southeastern slopes of Lake Seneca. Lafayette Reneau was established in 1985 by Dick and Betty Reno. Like so many other winelovers all over the world they decided to go one step further. Not just collecting and drinking. They wanted more. Since then, their main focus lies on wines made from Riesling and Chardonnay from gravely loam soils. Today's Pinot originated from the same gravely loam. After harvest and fermentation it was aged for 12 months in new and used French, Hungarian and American oak barrels then racked together in a tank as well as filtered and stabilized. So, let's give it a try ...

10.7.17

Vinařství Krásná Hora Pinot Noir 2015, Morava



I love Prague! I still do … as it seems! Especially in summer! A couple of weeks ago I had the chance to reaffirm this love. I can't really tell you why exactly I love this surely beautiful city so much. Because beauty isn't everything! There are tons of beautiful places I've been to and many of them did not impress me that much. Perhaps it is the usual daze generated by highly unsensible amounts of cakes, coffee and high-voltage Absinth which might soften my ever critical personality. Noooo, I don't think sooo. I am not as critical as many people d'like to think. So, I assume it is this unusually relaxed – at least unusually relaxed for a large central European city, tranquil, serene and slightly morbid touch to this place which makes it so appealing to me. Well, of course tranquil and serene apart of those well known hords of bachelors from Germany, Britain and other palces in their Borat like swim suits and their slightly louder form of unconcious multilateral-communication. These performances are not so enormously appealing, I think. And there is  Franz and my everlasting love for his stories. And little Krtek the hero of my childhood. And, and, and ... So, I guess there are plenty of reasons to love Prague, but what on earth has this to do with wine!? Well, nothing at all! Or almost nothing at all! Well, in Prague I had the chance to hunt down a couple of bottles of Czech Pinot Noir which isn't that easy to find outside the country! And today I'd like to share the first of these bottles. Thanks to my total inability in the Czech language - by the way a very difficult language - I won't be able to jibber-jabber all to much about today's Pinot. What I can tell you is that it was produced by Vinařství Krásná Hora in Morava, more precise from Starý Poddvorov region, in the very south-east of the Czech Republic alongside the border to Austria and Slovakia. Krásná Hora is a very small family winery with approx. 5 ha. It was established in 2005 and produces wines from various Burgundian varietals as well as Sauvignon Blanc, Riesling, Muscat, Traminer and Zweigelt. All grapes are cultivated in accordance with organic principles and were grown on loess dominated soils. My Pinot Noir was aged in used oak barrels for round about 12 months. I guess, that is enough.Let's get started ...